Herzlich willkommen!

Seit 1894 möchte die Christuskirche in Paris für deutschsprachige evangelische ChristInnen in und um Paris geistliche und geistige Heimat sein.
Der sonntägliche Gottesdienst findet als regelmäßige Präsenzveranstaltung statt. Sie können auch zu Hause online daran teilnehmen.

Aktuelle Corona-Regeln

ℹ️ Die Maskenpflicht 😷 für Gemeindeveranstaltungen wurde mittlerweile aufgehoben. Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie auch weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz nutzen wollen.

Nächste Gottesdienste

Eingangstür der Christuskirche

Sie sind herzlich eingeladen zu den nächsten Gottesdiensten in der Christuskirche:
(hier der Link zur Online-Übertragung. Das Passwort lautet „Paris“)

Sonntag, 11. Dezember, 10:30 Uhr – 3. Advent
Abendmahlsgottesdienst mit Dr. Christian Ritter

Sonntag, 18. Dezember, 10:30 Uhr – 4. Advent
Gottesdienst mit Manfred Brüninghaus

Samstag, 24. Dezember  – Heiligabend 
14:30 Uhr Gottesdienst in St. Cloud mit Barbara Franke
18:00 Uhr Gottesdienst mit Barbara Franke
22:00 Uhr Gottesdienst mit Barbara Franke

Sonntag, 25. Dezember  – 1. Weihnachtstag 
10:30 Uhr Gottesdienst mit Christian Ritter

Sonntag, 1. Januar – Neujahr
10:30 Uhr Gottesdienst mit Manfred Brüninghaus 

Sonntag, 8. Januar – 1. Sonntag nach Epiphanias 
10:30 Uhr Gottesdienst mit Barbara Franke
Parallel dazu: Kindergottesdienst 
Im Anschluss: Konfirmandentag 

Sonntag, 15. Januar – 2. Sonntag nach Epiphanias 
10:30 Uhr Gottesdienst mit Christian Ritter
Parallel dazu: Kindergottesdienst 

Sonntag, 22. Januar – 3. Sonntag nach Epiphanias 
10:30 Uhr Gottesdienst mit Barbara Franke 

Sonntag,  29. Januar – Letzter Sonntag nach Epiphanias 
10:30 Uhr Gottesdienst mit Pfarrer Hirlinger 

Radio-Abendandachten aus der Christuskirche

Jeden 3. Montag im Monat 22:15 -22:30 Uhr

Radiosendungen

Fréquence Protestante überträgt jeden 3. Montag im Monat von  22:15 bis 22:30 Uhr eine Abendandacht der Christuskirche in deutscher Sprache. 

Nächste Termine:  Montag, 19. Dezember 2022 und Montag 16. Januar 2023 

Die Sendungen werden jeweils von Sabine Gerlach eingesprochen – auch zum Nachhören.

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine

Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine

Aufgewühlt und betroffen durch den Krieg in der Ukraine fragen sich viele von Ihnen, wie Sie den Menschen in und aus diesem notleidenden Land helfen können. Untenstehend finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können die Menschen im Gebet unterstützen, eine Geldspende oder eine Sachspende leisten.



Mit welchen Worten bekennen wir unseren Glauben?

Bis heute ist in unseren Gottesdiensten das alte „Apostolische Glaubensbekenntnis“ ein liturgisches Grundelement, mit dem Christen vermutlich seit dem Jahr 200 in der bis heute überlieferten Form ihren Glauben bekennen. Zweifellos enthält es wichtige Glaubensinhalte, manche Aussagen sind uns heute aber eher fremd, wie die „Jungfrauengeburt“ Jesu oder die „Allmacht“ Gottes. Und warum, so könnten wir fragen, sind die einzigen biografischen Aspekte aus dem Leben Jesu ausschließlich auf sein Leiden und Sterben ausgerichtet: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben? Warum wird nichts gesagt über den Sinn dieses Sterbens oder über das Lebenswerk des Mannes aus Nazareth, der durch das Land zog und predigte, Armen das Evangelium verkündete, Kranke heilte und Aussätzige gesund machte, ja sogar Tote auferweckte. Mit dem, was er tat und mit dem, was er sagte, hat er schließlich die Welt verändert. Welche Aussagen sollte ein Bekenntnis enthalten, das wir uns so zu eigen machen können, dass wir es auch mit Überzeugung im Gottesdienst sprechen? Diese Frage beschäftigte uns vor einigen Wochen im Glaubensgesprächskreis. Sollte nicht jedes Bekenntnis Antwort geben auf die Fragen, die sich in seinem zeitgeschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Kontext stellen, und so auch Bezug nehmen auf das, was in einer bestimmten Zeit oder in einem bestimmten Land besonders nötig ist zu sagen? So – um ein prominentes Beispiel zu nennen – wie es die Autoren des sogenannten Barmer Bekenntnisses getan haben, mit dem sie den die Kirche damals vereinnahmenden Ansprüchen des Nationalsozialismus mit seinem „Führer-Prinzip“ entgegentraten: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Wort Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen“ (Barmer Theol. Erklärung I). Auf der Versammlung unserer Gemeinde am 28. März 2021 wurde das „Barmer Bekenntnis“ in die Satzung der Christuskirche aufgenommen. Vielen Gemeindegliedern hat sich das nicht mitgeteilt, deshalb sei es hier ausdrücklich erwähnt: „Die Gemeinde ist eine Vereinigung evangelischer Christen auf der Grundlage der heiligen Schrift, der alt-kirchlichen und reformatorischen Bekenntnisschriften sowie der Theologischen Erklärung von Barmen (1934).“ Die kursiv gedruckten Worte ergänzen nun die Satzung. Was mir im „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ fehlt, sind entscheidende Grundeinsichten der Reformatoren. Kern- und Angelpunkt für sie war das, was zwischen Gott, Jesus Christus und uns Menschen geschieht, die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade und aufgrund des Glaubens. Das ist die Mitte und das Herzstück des christlichen Glaubens. „Rechtfertigung allein aufgrund des Glaubens“: Das Wichtigste, das ich tun muss, ist zu hören, was Gott mir durch Jesus Christus sagt. Die Hände aufhalten, damit Gott seine Güte hineinlegen kann. Meine Eigenständigkeit und meine Freiheit gehen dabei nicht verloren, sie haben Raum in der großen, umfassenden Liebe Gottes. Mir war bislang kein Bekenntnis bekannt, in dem die reformatorischen Grundanliegen wenigstens mit ein paar Worten ausgesprochen worden sind, bis ich vor einigen Wochen hier in Paris auf das „Neue Glaubensbekenntnis – Une nouvelle Déclaration de foi“ der Église Protestante Unie de France stieß. Deren Nationalsynode hat auf ihrer Tagung im Mai 2017 ein Bekenntnis formuliert, dass sowohl die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade als auch die ethischen Konsequenzen der Rechtfertigungslehre für die Lebenspraxis eines Christen formuliert: „Im Geist der Reformation verkündet sie (d.h. die Synode, Keitel) diese frohe Botschaft: Gott nimmt jeden Menschen so an, wie er ist, ohne jegliches Verdienst seinerseits. In diesem Evangelium der Gnade, dem Herzstück der Bibel, wirkt der Geist von Gott. (…) Gott nimmt jeden Menschen so an, wie er ist, ohne jegliches Verdienst seinerseits. (…) Gott kümmert sich um alle seine Geschöpfe. Er ruft uns auf, zusammen mit anderen Handwerkern der Gerechtigkeit und des Friedens, auf die Nöte zu hören und gegen die Missstände aller Art zu kämpfen: Existenzsorgen, soziale Zerrüttung, Fremdenhass, Diskriminierungen, Verfolgungen, Gewalttaten, Raubbau an der Erde, Maßlosigkeiten.“

Ich möchte anregen, in einem breit angelegten Diskussionsprozess in der Gemeinde zu fragen, ob nicht auch dieses Bekenntnis in die Satzung der Christuskirche aufgenommen werden sollte.

Hartmut Keitel