Herzlich willkommen!

Seit 1894 möchte die Christuskirche in Paris für deutschsprachige evangelische ChristInnen in und um Paris geistliche und geistige Heimat sein.
Wir versuchen zur Rentrée (im Rahmen der Möglichkeiten während der aktuellen Pandemie) wieder zu einem »Normalbetrieb« mit Präsenzveranstaltungen in der Gemeinde zu kommen. Details zu den jeweiligen Veranstaltungen können Sie dem Veranstaltungskalender und den jeweiligen Rubriken entnehmen. 
Der sonntägliche Gottesdienst findet als regelmäßige Präsenzveranstaltung statt. Sie können auch zu Hause online daran teilnehmen.
Bleiben Sie gesund und behütet!

Neue Corona-Regeln

Wegen der stark steigenden Inzidenz gilt ab sofort für die Gottesdienste und alle Veranstaltungen in der Christuskirche die „2G-Regel“. Das heißt, Sie müssen nachweisen, dass Sie geimpft oder genesen sind. Dafür müssen Sie den neu eingeführten „pass vaccinal“ vorweisen. Ein negatives Testergebnis reicht nicht mehr aus. Danke für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation!

Nächste Gottesdienste

Eingangstür

Seit der Aktualisierung der Abstands- und Hygiene-Regelungen im Juni 2021 sind Gottesdienste mit weiteren Lockerungen gestattet. Jede Bankreihe darf besetzt werden, mit der Voraussetzung, dass ein Sitzplatz neben jedem Teilnehmer frei bleiben muss. Hausstände können nebeneinander sitzen.

Sie sind herzlich eingeladen zu den nächsten Gottesdiensten in der Christuskirche (jeweils mit Online-Übertragung in verbesserter Qualität – Link und Passwort siehe unten):

>Sonntag, den 16. Januar 2022 um 10:30 Uhr: Gottesdienst mit Dr. Christian Ritter – 2. Sonntag nach Ephiphanias

Die ursprünglich geplante Kantate und die Matinee können pandemiebedingt leider nicht stattfinden.

>Sonntag, den 23. Januar 2022 um 11 Uhr – Achtung, kein Gottesdienst in der Christuskirche! – 3. Sonntag nach Epiphanias

>Ökumenischer Gottesdienst in der der kath. Gemeinde Sankt-Albertus Magnus (38 rue Spontini, 75116 Paris). Predigt: Pfarrerin Barbara Franke

Bitte beachten: Anmeldung erforderlich (max. 35 Personen). Den Link zur Anmeldung finden Sie hier

>Sonntag, den 23. Januar 2022 um 18:30 Uhr

<Gemeinsamer Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche zur Einheit der Christen in der Eglise luthérienne de la Rédemption (16 rue Chauchat, 75009 Paris). Predigt: Inspecteur ecclésiastique, Pfarrer Laza Nomenjanahary. 

>Sonntag, den 30. Januar um 10:30 Uhr: Gottesdienst mit Prädikant Manfred Brüninghaus – letzter Sonntag nach Ephiphanias

Für die parallel stattfindende Online-Übertragung folgenden Link anklicken: https://konferenz.buehl.digital/GoDiParis Passwort: Paris.

Neue Pfarrerin

Frau Barbara Franke

Wir freuen uns, mit Frau Barbara Franke aus München unsere neue Pfarrerin begrüßen zu dürfen.

Grüß Gott und Bonjour, liebe Mitglieder, Freunde und Freundinnen der Christuskirche! 

Nun bin ich endlich angekommen in Paris und in der Gemeinde. Einige von Ihnen durfte ich bereits kennenlernen. Danke, dass Sie mich so freundlich willkommen geheißen haben. Ich freue mich auf viele weitere Begegnungen im Gottesdienst, in den Gruppen und Kreisen und beim persönlichen Gespräch.  

Ich grüße Sie mit dem Bibelwort, das in vielen evangelischen Kirchen zum Wegbegleiter durch die Corona-Zeit geworden ist. Lassen wir uns von ihm den Mut und die Zuversicht zusprechen, die wir brauchen, um die Herausforderungen der kommenden Wochen zu bestehen:  

Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ (2. Timotheus 1, 7). 

Ihre Pfarrerin Barbara Franke 

Veranstaltungen in der Christuskirche

Glücklicherweise können ab September die Kreise und Gruppen – unter Berücksichtigung der geltenden Sicherheitsauflagen (je nach Veranstaltung mit Abstand und Masken bzw. dank Pass Sanitaire evtl. ohne) – wieder in den Gemeinderäumen stattfinden.  Die nächsten Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungskalender und den betreffenden Rubriken.

„Innehalten im Heute Gottes“

Im Musée d’Orsay habe ich schöne alte Sanduhren gesehen („historische Chronometer“). Mich hat schon als Kind fasziniert, wie schnell die Körner durch den kleinen Trichter sausen und sich im unteren Behälter häufen. Ja, die Zeit flitzt – wie schnell vergehen die Minuten und Stunden! Wie schnell ist ein Tag rum! Sogar ein halbes Jahr. Oft stöhnen wir, dass uns die Zeit davonläuft, Tage und Jahre so dahinfliegen. Und leider auch dann, wenn wir Schönes festhalten möchten. Unrast und Unruhe bestimmen das tägliche Leben vieler Menschen,  manchmal sprechen wir auch von „positivem Stress“ und akzeptieren das dann. Viele Aufgaben und Pflichten sind täglich zu bewältigen. Manche nehmen Schlaftabletten am Abend und Aktiv-Kapseln am Morgen, um dem standhalten zu können. Nur löst das meistens keine Probleme und Fragen. Schon gar nicht die Frage nach dem Warum, nach dem Sinn unseres täglichen Hin und Her. Schon Kindern und Jugendlichen geht das so: Morgens die Schule, oft bis in den Nachmittag. Immer wieder berührt mich, wie schnell die Zeit vergeht. Älter bin ich geworden, zweifellos, aber bin ich auch weitergekommen? Schon als Schüler spürte ich: „Du musst weiterkommen!“ Das prägte mein Lebensgefühl. Du musst die nächste Klasse schaffen, das Abitur, dann studieren, und wieder waren da Prüfungen, Examina. Dann hinein ins Berufsleben, und auch da wollte ich ja „Weiterkommen“. Heute denke ich: „Weiterkommen“ – ist das nicht eine problematische Sehnsucht? Möchte ich denn immer mehr haben, mehr wissen, mehr Einfluss für mich und über andere haben? Möchte ich nicht lieber tiefer leben, Überzeugungen haben, Klarheit im Denken und im Glauben. Aber beides scheint nicht zusammen zu gehen: Tiefer leben und Weiterkommen-wollen. Wie die Körnchen der Sanduhr von einem Behälter in den anderen rieseln – so eile ich im Leben von Raum zu Raum – und so vergeht auch meine Lebenszeit. Hatte da wirklich alles seine Zeit – Zeit, die mich auch erfüllte? Da war die Kindheit, das Erwachsenwerden, die Schule, das Studium, die eigene Familie, das berufliche Wirken in verschiedenen Funktionen an unterschiedlichen Orten. Biografische Abschnitte, meine Lebensräume, die von der ablaufenden Zeit überbrückt wurden. Zeit war wie eine lange Kette, an der sich Termin an Termin reihte. Und ohne Terminkalender wäre ich da oft durcheinandergekommen. Aber wozu das alles? Heute denke ich zuweilen wehmütig, dass ich die Zeit manchmal gerne angehalten hätte, sie für manche Augenblicke zurückdrehen möchte. Als die Kinder noch klein waren, hätte ich mir mehr Zeit für sie nehmen sollen. Besser hätte ich zuhören sollen, meiner Frau, einem Freund, den Sorgen bedrückten. Mit dem Geschenk der Zeit hätte ich Besseres anfangen sollen, hätte mir mehr Muße gönnen sollen wie in der Urlaubszeit. – Vielleicht nehmen Sie sich das in den vor uns liegenden Wochen des Sommers vor: Zeit für sich selbst zu haben. Zeit für die Natur, für Bäume und Blumen, für Vögel, für die Wolken am Himmel. Zeit für Menschen. Zeit für anregende Lektüre. Zeit auch für Gott. Angezogen von einem Kirchenraum, mit seinen bunten Glasfenstern und all den Zeugnissen aus Glaubens- und Kulturgeschichte. Manchmal kommen mir solche Erlebnisse wie heilige Momente vor, die den Atemschlag zwischen Zeit und Ewigkeit spüren lassen. Kirchen können Orte sein, die mir sagen: Deine Lebenszeit ist nicht wie eine „Schnellstraße zwischen Wiege und Grab, ohne Platz zum Parken in der Sonne.“ „Heute muss ich in deinem Haus einkehren“, hat Jesus zu dem Zöllner Zachäus gesagt. Täglich kommt diese Einladung in seinem Wort auf uns zu. Das „Heute Gottes“ ist der ruhende Pol an jedem Tag, dem gemächlichen wie dem gehetzten voller Termine. Das „Heute Gottes“ ist die eigentliche Dimension des Lebens, die auch dann trägt und bleibt, wenn wir am Ende eines Tages abgehetzt sind. Innehalten vor Gott, so wie wir es in unseren Gottesdiensten tun. Nicht Gott tut es gut, sondern uns selbst, wenn wir uns Zeit nehmen für das, was uns wichtig ist. Es lohnt sich innezuhalten, denn unsere Zeit steht in Gottes Händen.

Mit welchen Worten bekennen wir unseren Glauben?

Bis heute ist in unseren Gottesdiensten das alte „Apostolische Glaubensbekenntnis“ ein liturgisches Grundelement, mit dem Christen vermutlich seit dem Jahr 200 in der bis heute überlieferten Form ihren Glauben bekennen. Zweifellos enthält es wichtige Glaubensinhalte, manche Aussagen sind uns heute aber eher fremd, wie die „Jungfrauengeburt“ Jesu oder die „Allmacht“ Gottes. Und warum, so könnten wir fragen, sind die einzigen biografischen Aspekte aus dem Leben Jesu ausschließlich auf sein Leiden und Sterben ausgerichtet: Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben? Warum wird nichts gesagt über den Sinn dieses Sterbens oder über das Lebenswerk des Mannes aus Nazareth, der durch das Land zog und predigte, Armen das Evangelium verkündete, Kranke heilte und Aussätzige gesund machte, ja sogar Tote auferweckte. Mit dem, was er tat und mit dem, was er sagte, hat er schließlich die Welt verändert. Welche Aussagen sollte ein Bekenntnis enthalten, das wir uns so zu eigen machen können, dass wir es auch mit Überzeugung im Gottesdienst sprechen? Diese Frage beschäftigte uns vor einigen Wochen im Glaubensgesprächskreis. Sollte nicht jedes Bekenntnis Antwort geben auf die Fragen, die sich in seinem zeitgeschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Kontext stellen, und so auch Bezug nehmen auf das, was in einer bestimmten Zeit oder in einem bestimmten Land besonders nötig ist zu sagen? So – um ein prominentes Beispiel zu nennen – wie es die Autoren des sogenannten Barmer Bekenntnisses getan haben, mit dem sie den die Kirche damals vereinnahmenden Ansprüchen des Nationalsozialismus mit seinem „Führer-Prinzip“ entgegentraten: „Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Wort Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen“ (Barmer Theol. Erklärung I). Auf der Versammlung unserer Gemeinde am 28. März 2021 wurde das „Barmer Bekenntnis“ in die Satzung der Christuskirche aufgenommen. Vielen Gemeindegliedern hat sich das nicht mitgeteilt, deshalb sei es hier ausdrücklich erwähnt: „Die Gemeinde ist eine Vereinigung evangelischer Christen auf der Grundlage der heiligen Schrift, der alt-kirchlichen und reformatorischen Bekenntnisschriften sowie der Theologischen Erklärung von Barmen (1934).“ Die kursiv gedruckten Worte ergänzen nun die Satzung. Was mir im „Apostolischen Glaubensbekenntnis“ fehlt, sind entscheidende Grundeinsichten der Reformatoren. Kern- und Angelpunkt für sie war das, was zwischen Gott, Jesus Christus und uns Menschen geschieht, die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade und aufgrund des Glaubens. Das ist die Mitte und das Herzstück des christlichen Glaubens. „Rechtfertigung allein aufgrund des Glaubens“: Das Wichtigste, das ich tun muss, ist zu hören, was Gott mir durch Jesus Christus sagt. Die Hände aufhalten, damit Gott seine Güte hineinlegen kann. Meine Eigenständigkeit und meine Freiheit gehen dabei nicht verloren, sie haben Raum in der großen, umfassenden Liebe Gottes. Mir war bislang kein Bekenntnis bekannt, in dem die reformatorischen Grundanliegen wenigstens mit ein paar Worten ausgesprochen worden sind, bis ich vor einigen Wochen hier in Paris auf das „Neue Glaubensbekenntnis – Une nouvelle Déclaration de foi“ der Église Protestante Unie de France stieß. Deren Nationalsynode hat auf ihrer Tagung im Mai 2017 ein Bekenntnis formuliert, dass sowohl die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnade als auch die ethischen Konsequenzen der Rechtfertigungslehre für die Lebenspraxis eines Christen formuliert: „Im Geist der Reformation verkündet sie (d.h. die Synode, Keitel) diese frohe Botschaft: Gott nimmt jeden Menschen so an, wie er ist, ohne jegliches Verdienst seinerseits. In diesem Evangelium der Gnade, dem Herzstück der Bibel, wirkt der Geist von Gott. (…) Gott nimmt jeden Menschen so an, wie er ist, ohne jegliches Verdienst seinerseits. (…) Gott kümmert sich um alle seine Geschöpfe. Er ruft uns auf, zusammen mit anderen Handwerkern der Gerechtigkeit und des Friedens, auf die Nöte zu hören und gegen die Missstände aller Art zu kämpfen: Existenzsorgen, soziale Zerrüttung, Fremdenhass, Diskriminierungen, Verfolgungen, Gewalttaten, Raubbau an der Erde, Maßlosigkeiten.“

Ich möchte anregen, in einem breit angelegten Diskussionsprozess in der Gemeinde zu fragen, ob nicht auch dieses Bekenntnis in die Satzung der Christuskirche aufgenommen werden sollte.